„Es macht Sinn, abends Kohlenhydrate zu vermeiden“

Zwischendurch ein paar angeleitete Entspannungsübungen, um die Konzentration für den Nachmittag zu verbessern.

Zwischendurch ein paar angeleitete Entspannungsübungen, um die Konzentration für den Nachmittag zu verbessern.

 

Geht es auch ohne Nahrungsergänzungsmittel? Oder: Ist Bio besser? Sollte man am Abend lieber auf Kohlenhydrate verzichten? „Darüber wird in den Medien viel diskutiert, doch im Grunde gibt es dazu nur zwei Studien“, sagte Dr. Anette Buyken auf einer mit 450 Teilnehmern ausgebuchten Tagung des Verbands für Unabhängige Gesundheitsberatung (UGB) in der Aula der Justus-Liebig-Universität. Wissenschaftler_innen beschäftigten sich dort mit vielen verbraucherrelevanten Fragen.

In der einen Studie hätten die Versuchspersonen zwei Wochen lang abends Mahlzeiten ohne Kohlenhydrate gegessen und dabei mehr Gewicht verloren als die Vergleichsgruppe, berichtete Buyken. Aber wie so oft gebe es auch hierzu eine Studie, die das Gegenteil zeige: ein verstärkter Verzehr von Kohlenhydraten über sechs Monate brachte ebenfalls Gewichtsverluste. „Was den Stoffwechsel angeht, macht es durchaus Sinn, abends Kohlenhydrate zu vermeiden, aber wir sind weit davon entfernt, Empfehlungen auszusprechen, dazu brauchen wir noch mehr belastbare Studien“, machte Anette Buyken deutlich. Und fügte hinzu: „Außerdem ist es wichtig, günstige Kohlenhydrate zu essen, wie Vollkornprodukte, Obst und Gemüse.“

Mit der Frage, ob „Bio“ gesünder ist, befasste sich vergangenen Herbst bereits die Stanford-Studie. Mit dem Ergebnis, dass es keine Beweise dafür gibt. „Wenn wir mit dem Gesundheitsbegriff weg von der individuellen Ebene gehen und auch die Gesundheit der Umwelt, des Bodens, der Pflanzen und der Tiere berücksichtigen, dann können wir sagen, dass Bio gesünder ist“, hielt nun Dr. Alexander Beck dagegen. Er fand auch positive Befunde in der Stanford-Studie: Immerhin sei die Wahrscheinlichkeit geringer, bei Bioprodukten grenzwertüberschreitende Pestizidrückstände und antibiotikaresistente Bakterien zu finden. „Ich glaube, das Biokontrollsystem, das den gesamten Herstellungsprozess umfasst, ist ziemlich gut und es gibt auch nichts Vergleichbares an durchgängigen Kontrollen.“ Die Tagung richtete sich vor allem an Ökotrophologen und Diätassistenten, denn der UGB möchte allen Ernährungsfachkräften unabhängige Informationen zur Verfügung stellen. Neben der UGB-Akademie, die Seminare, Weiterbildungen und Tagungen veranstaltet, gibt es eine eigene Redaktion, die die Zeitschrift „UGB-Forum“ und weitere Publikationen zum Thema Ernährung herausgibt. „Für uns ist es wichtig, dass wir nicht von der Industrie finanziert werden“, sagt Lisa Kuhl, Ökotrophologin und Mitarbeiterin des UGB. Inzwischen hat der in Wettenberg sitzende Verband etwa 2000 Mitglieder und 3000 Abonnenten seiner Mitgliederzeitschrift. 1981 wurde er aus einer studentischen Initiative heraus gegründet. „Als wir mit dem Studium der Ökotrophologie fertig waren, versuchten wir, ein sinnvolles Berufsbild zu etablieren. Niemand von uns wollte in die Ernährungsindustrie gehen, Pharmareferent werden oder vor wenig motivierten Berufsschülern stehen. Aber andere Berufsfelder gab es damals nicht“, erinnert sich Thomas Männle, einer der sieben Mitbegründer des UGB. Auch heute noch ist ihm die Arbeit des Verbands wichtig: „Inzwischen gibt es zu viele Interessen, die kommerziell orientiert sind. In der Ernährungsindustrie kann man sich beispielsweise zum Ernährungsberater fortbilden, um hinterher deren Produkte zu verkaufen. Es gibt leider nur noch vereinzelt neutrale Fortbildungsangebote. Diese Kräfte wollen wir bündeln und dem Verbraucher transparent machen.“

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