Bienenfreundliche Pflanzen für Gießen

Die Tour de Natur auf dem Marktplatz mit Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich

Die Tour de Natur auf dem Marktplatz mit Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich

Die „Tour de Natur“ ist von Stuttgart nach Marburg unterwegs, und zwar mit dem Fahrrad. Nach 560 Kilometern haben rund 100 Umweltaktivisten Gießen erreicht. Sie wollen ihren Forderungen nach einer umweltfreundlichen Energie- und Verkehrspolitik Nachdruck verleihen. Die Greenpeace-Gruppe Gießen hat sich mit dem Thema des Bienensterbens eingebracht.

Personen sind als Bienen verkleidet und fliegen von Blüte zu Blüte. Diese wurden zuvor mit Pestiziden besprüht. Bald schwirren sie nur noch orientierungslos im Raum herum, bis sie sterben. So endet das Straßentheater der Tour de Natur auf dem Kirchenplatz. Ein Transparent mit der Aufschrift: „Wir sind der Verkehr“ hängt zwischen den Bäumen. „Wir fordern weniger Autobahnen, dafür flächendeckenden Bahnverkehr. Weg vom Auto, hin zu öffentlichem Nahverkehr, Fuß und Fahrrad“, sagt Herbert Fürmann. „Wir unterstützen auch örtliche Initiativen wie Greenpeace mit dem Thema des Bienensterbens oder den BUND und dessen Kritik an der Landesgartenschau.“

Andrea Malkmus von der BUND-Kreisgruppe Gießen zieht eine Bilanz der Planungen zur Landesgartenschau. Sie freue sich darüber, dass die Lahn besser zugänglich werden soll. Nachteile sähe sie in den Verkehrseinschränkungen durch die Umgestaltung des Bahnhofvorplatzes und durch das eintrittspflichtig werdende Gelände der Landesgartenschau in der Wieseckaue, das den Durchgang verhindert. „Die Landesgartenschau hilft bei einigen infrastrukturellen Zielen, bringt allerdings auch Nachteile mit sich.“ Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich erklärt, dass die Stadt dabei ist, die Radwegenetze zu verbessern, allerdings könne dies aufgrund finanzieller Engpässe oft nur im Rahmen von vorhandenen Baumaßnahmen durchgeführt werden. Als spontanes Geschenk überreicht sie eine Samentüte. Das passt zum Plan der Greenpeace-Gruppe Gießen: Sie will die Stadt langfristig bienenfreundlich machen und überreicht der Bürgermeisterin im Gegenzug ein T-Shirt voller Unterschriften. „Wir bitten Sie, uns bei unserem Projekt zu unterstützen“, sagt Sophie Achinger. „Neben Parasiten, Krankheiten und dem Klimawandel sind es vor allem bestimmte Pflanzenschutzmittel, sogenannte Neonicotinoide, die die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde als bienenschädlich befunden hat.“ Zwar habe die EU inzwischen vier dieser Wirkstoffe verboten, aber es gäbe noch drei weitere Wirkstoffe, die immer noch erlaubt sind. Zudem gälte das Verbot erst ab Dezember und das nur für zwei Jahre. Greenpeace will gezielt bienenfreundliche Pflanzen in der Stadt anlegen und verteilt Samentüten an alle Bienenfreunde. Auch Weigel-Greilich unterschreibt die Petition an Ministerin Ilse Aigner, die gefährlichen Agrarwirkstoffe sofort vom Markt zu nehmen und verspricht zu überprüfen, ob die Stadt selbst diese Mittel verwendet.

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