„Ice Ride“ in der Herbstsonne

iceride

Sollte es in der Arktis so warm werden wie hier, haben die Eisbären nichts mehr zu lachen

Etwa 60 Personen radelten am Samstag nachmittag beim „Ice Ride“ durch die Stadt. Nicht zur Vorbereitung auf den Winter, sondern um auf die Aktivitäten in der Arktis aufmerksam zu machen: Die Ölindustrie dringt dort immer weiter in unberührte Natur vor, um nach Öl zu bohren und bedroht damit diesen besonderen Lebensraum.

Vor dem Hauptgebäude der Justus-Liebig-Universität hat Greenpeace Gießen einen Informationsstand aufgebaut. Einige „Eisbären“ waren unterwegs, andere hatten einfach nur ein weißes T-Shirt an. Hier startete die Fahrradtour zum Schutz der Arktis. „Die Arktis steht im Fokus der Ölkonzerne. Sie erhoffen sich, dort Öl zu finden. Würde es allerdings eine Havarie geben, hätten sie nicht einmal einen Notfallplan“, erklärt Matthias Joachim, Sprecheansprechpartner von Greenpeace Gießen. „Es handelt sich um sehr empfindliche Ökosysteme, die sich jenseits jeder Zivilisation befinden.“Auch seien die Fischbestände gefährdet, denn der industrielle Fischfang nehme immer weiter zu. Petra Burkhaus, Greenpeace-Aktivistin, erklärt, was das ganze mit dem Klimawandel zu tun hat: „Die Arktis ist global betrachtet vom Klimawandel am stärksten betroffen. Forscher des Alfred-Wegener-Instituts zeigen, dass die Eisdecke dort immer dünner wird. Die Konzerne warten nur darauf, damit sie in diese Gebiete vordringen können.“ Ein erster Gazprom Tanker, der Offshore-gefördertes Öl aus der Arktis transportiert hat, ist im Mai in Rotterdam angekommen, begleitet von lautstarken Protesten. Greenpeace fordert, die Arktis zur Schutzzone zu erklären, in der nicht nach Öl gebohrt werden darf. „Die Antarktis wurde bereits zur Schutzzone erklärt, wir möchten das gleiche nun für die Arktis erreichen“, sagt Burkhaus. Dass die Fahrradaktion Anfang Oktober stattfindet, ist kein Zufall, denn im September ist das Seeeisminimum erreicht. Zu dieser Zeit würden die Tankerschiffe versuchen, möglichst weit in den Norden zu kommen, um Bohrungen durchzuführen. „Hinzu kommt, dass die Eisschmelze ein sich selbst verstärkender Effekt ist“, erklärt Burkhaus. „Weniger Eis auf dem Wasser bedeutet weniger Lichtreflexion. Das Wasser absorbiert dann mehr Wärmestrahlung und das trägt wiederum zur Eisschmelze bei.“

Im Rahmen des UN-Klimagipfels im September hat Greenpeace eine Petition zum Schutz der Arktis mit sechs Millionen Unterschriften übergeben. „UN-Generalsekretär Ban Ki-moon will sich des Themas annehmen, das freut uns. Es wird sich zeigen, was nun daraus wird“, sagt Burkhaus. Das nächste Ziel von Greenpeace sind 10 Millionen Unterschriften. Unterschreiben konnte man nicht nur in Gießen. In 30 anderen deutschen Städten sowie weltweit fand heute der „Ice Ride“ statt. Auch andere Verbände wie Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Verkehrsclub Deuschland (VCD), Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC) aber auch Gießener Fahrradläden waren eingeladen und nahmen teil. Die Fahrt führte etwa anderthalb Stunden durch die Stadt und endete auf dem Rathausplatz.

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