Tatort Kirchplatz

Ein fiktiver Haftbefehl gegen ein Unternehmen, das menschenrechtliche Sorgfaltspflichten verletzt

Ein fiktiver Haftbefehl gegen ein Unternehmen, das menschenrechtliche Sorgfaltspflichten verletzt

Der Weltladen Gießen prangert die Arbeitsbedigungen und damit einhergehende Menschenrechtsverstöße in den Niedriglohnländern an. Zwar haben Verbraucher_innen die Möglichkeit, durch ihre Konsumentscheidungen bestimmte Produktionsbedingungen zu unterstützen. Dieses Mal geht es aber um die Politik, die dazu beitragen soll, die Unternehmenspraxis zu verändern.Auf dem Kirchplatz zwei abgesperrte Bereiche, in dem einen liegen Bananen, in dem anderen ein T-Shirt. „Hier ist ein Tatort, könnt Ihr Euch vorstellen, was hier passiert ist?“, fragt die „Spurensicherung“ vom Weltladen Gießen. Einige ahnen bereits, worum es gehen könnte. „Um Kinderarbeit?“, fragt ein Passant. Die Helfer und Helferinnen des Weltladens sammeln am diesjährigen Weltladentag, der gleichzeitig der internationale Tag des fairen Handels ist, Unterschriften, damit global agierende Unternehmen bei Menschenrechtsverstößen haftbar gemacht werden können. Bundesweit finden Aktionen statt.

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Die „Spurensicherung“ erklärt den Passant_innen, was am „Tatort“ passiert ist und sammelt Unterschriften.

„Es muss dafür gesorgt werden, dass Unternehmen ihre Sorgfaltspflichten auch jenseits der europäischen Grenzen wahrnehmen“, sagt Katrin Schlechtriemen vom Weltladen Gießen. Auf internationaler Ebene gibt es seit 2011 die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte. In Deutschland startete aber erst 2014 ein Dialogprozess, um diese Leitprinzipien umzusetzen. Der Aktionsplan soll 2016 verabschiedet werden. „Deshalb fordern wir in der Petition zum Beispiel, dass Betroffene aus dem Ausland deutsche Unternehmen vor deutschen Gerichten verklagen können, wenn diese gegen Menschenrechte verstoßen.“

Schlechtriemen erklärt am Beispiel der Bananen, was das bedeuten könnte: „In Ecuador gibt es einen Mindestpreis für Bananen, der allderings von den großen Handelsketten unterwandert wird. Durch solche Rahmenbedingungen könnten die Produzenten vor Ort dagegen vorgehen.“ Der Informationsstand ist gut besucht. Was jedoch auffalle, so Alexandra Böckel, Bildungsreferentin im Weltladen, sei die Politikverdrossenheit. „Die Leute sind offen für das Thema und frustriert über die globalen Lieferketten aber sie fühlen sich machtlos und resigniert und sagen, die Politik sei von der Wirtschaft diktiert.“ Die Kampagne organisiert der Weltladen Dachverband und das Forum Fairer Handel.

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