Start der Ringvorlesung zum nachhaltigen urbanen Ernährungsalltag

Nachhaltigkeit_leben_coverWas bedeutet nachhaltige Ernährung für die Stadt, die generell auf Fremdversorgung angewiesen ist? Ist eine Selbstversorgung möglich und gewollt? Wie sind Ideen und Initiativen wie die Solidarische Landwirtschaft oder das urbane Gärtnern zu bewerten? Eine Ringvorlesung setzt sich dieses Wintersemester in sechs Veranstaltungen mit diesen und mehr Fragen auseinander. 

„Wie sich die Stadt mit Essen versorgen kann, wird immer wichtiger, wenn man einen Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit anstrebt,“ sagt Nils Seipel von Transition Town Gießen. „Um von der globalisierten Nahrungsmittelproduktion mit all ihren Nachteilen wegzukommen, müssen wir lokale und regionale Kreisläufe stärken.“ Zusammen mit Katja Schneider von der Arbeitsgruppe Ernährungsökologie am Institut für Ernährungswissenschaften der Universität Gießen wird Seipel den Vortrag „Ernährung neu denken – gut essen in der Stadt“ halten. Die Referierenden werden am Dienstag, den 24. November um 18 Uhr im Großen Hörsaal des Zeughaus unter anderem erörtern, wie diese Ziele erreicht werden können. Der Vortrag bildet den Auftakt der Ringvorlesung „Nachhaltig leben – alternative Konzepte für den Ernährungsalltag“, die die Arbeitsgruppe Ernährungsökologie organisiert. Auf insgesamt sechs Veranstaltungen werden Ideen, Projekte und wissenschaftliche Konzepte rund um das Thema nachhaltige Ernährung in der Stadt vorgestellt.

Die Solidarische Landwirtschaft oder das urbane Gärtnern, beides Themen, die in Gießen bereits praktisch umgesetzt werden, beleuchten zwei Referentinnen in den darauf folgenden Wochen jeweils aus wissenschaftlicher Perspektive. Einen weiteren Termin bestreitet Philipp Stierand, der mit seinem Blog „Speiseräume“, Ideen und Strategien für eine nachhaltige Lebensmittelversorgung der Stadt aufgreift und die wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskussionen dazu aufmerksam verfolgt. Einen Höhepunkt stellt der Vortrag von Niko Peach dar. Der wachstumskritische Wirtschaftswissenschaftler von der Universität Oldenburg ist durch seine Theorien zur Postwachstumsökonomie bekannt geworden. Er beschäftigt sich damit, wie das Wirtschaften jenseits des Wachstumsparadigmas möglich ist und wie es sich umsetzen lässt. Er plädiert dafür, Konsumansprüche zu reduzieren und das Leben zu entschleunigen. Um unabhängiger von globalen Produktionsketten zu werden, schlägt er die Umverteilung der Erwerbsarbeit zugunsten gemeinnütziger Arbeit in Gemeinschaftsgärten, Netzwerken der Nachbarschaftshilfe oder Tauschringen vor. Auf diese Weise soll es zu einer Balance zwischen Selbst- und Fremdversorgung kommen. Produkte, die dennoch eine industrielle (und globalisierte) Fertigung erfordern, sollen länger und intensiver genutzt werden. Anstatt immer wieder neue Gegenstände herzustellen und alte zu entsorgen, sollen Unternehmen ihre Schwerpunkte auf Dienstleistungen zur Instandhaltung, Reparatur und Aufwertung vorhandener Gegenstände setzen.

Den Abschluss der Ringvorlesung bildet das „World Café“, eine interaktive Methode, um gemeinsame Ziele und Strategien zu finden und Veränderungsprozesse anzustoßen. Hier sind die Teilnehmenden aufgefordert, ihre Meinungen und Ideen unter professioneller Anleitung einzubringen.

Die Veranstaltungen finden jeweils Dienstags von 18 bis 20 Uhr im Großen Hörsaal des Zeughaus, Senkenbergstraße 3, statt. Das genaue Programm gibt’s hier.

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