Unabhängige Gesundheitsberatung veranstaltet jährliche Fachtagung „Ernährung aktuell“

Bettina Kowalsky sorgte mit Bewegung in den Pausen dafür, dass die Müdigkeit beim Publikum verfliegt.

Bettina Kowalsky sorgte mit Bewegung in den Pausen dafür, dass die Müdigkeit beim Publikum verfliegt.

Mit 450 Teilnehmenden war die jährliche Fachtagung, die der Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung e.V. (UGB) in der Aula der Justus-Liebig-Universität veranstaltete, so gut besucht, dass eine Videoübertragung in den ersten Stock des Gebäudes stattfinden musste. Der UGB setzt sich seit über 30 Jahren für Vollwerternährung ein. Dabei bezieht sich „Vollwerternährung“ aber nicht nur auf die Lebensmittel und deren Inhaltsstoffe, sondern umfasst auch ökologische und gesellschaftliche Aspekte im Sinne der Nachhaltigkeit. Die Definition wird auch als „Gießener Formel“ bezeichnet, da sie hier entwickelt wurde.

Elf ReferentInnen deckten an zwei Tagen ein breites Themenspektrum ab. Markus Keller vom Institut für alternative und nachhaltige Ernährung war einer von ihnen. Er thematisierte einen ökologischen Aspekt: Flugimporte von Lebensmitteln. Der Lufttransportsektor wird nämlich als boomender Markt betrachtet. „Zwar kommen weniger als 0,1 Prozent Lebensmittel mit dem Flugzeug hier an, aber sie belasten das Klima überdurchschnittlich.“ Er zeigt eine Grafik: Der Flugzeugtransport emittiert mit 2094 Gramm pro Tonne Lebensmittel und Kilometer über 50 Mal mehr als die Bahn. Doch Flugware ist in der Regel nicht gekennzeichnet. Was kann der Verbraucher also tun? „Es gibt ‚verdächtige‘ Lebensmittel, die, wenn sie von anderen Kontinenten kommen, mit hoher Wahrscheinlichkeit eingeflogen werden“, sagt Keller und zählt auf: „Dazu gehören Bohnen, Tropengemüse, Mango, Papaya und frische Fischfilets“. Gleichzeitig weist er aber auch darauf hin, dass es auch Gründe für den Flugverkehr geben kann: „In manchen Afrikanischen Ländern ist der Flug die einzige Möglichkeit, Waren abzusetzen. Wenn man den dortigen Absatzmarkt von Bio- und Fair-Trade-Produkten unterstützen möchte, fällt eine eindeutige Entscheidung schwer.“

Claudio Beretta gibt Tipps, wie weniger Lebensmittel im Abfall landen.

Claudio Beretta gibt Tipps, wie weniger Lebensmittel im Abfall landen.

Claudio Beretta von der ETH Zürich referierte über Lebensmittelverschwendung, ein Thema, das er in seiner Masterarbeit und nun in seiner Dissertation untersucht. Er fand heraus, dass in der Schweiz ein Drittel aller Lebensmittel im Müll landen. „Was glauben Sie, an welcher Stelle der Wertschöpfungskette die meisten Lebensmittel verloren gehen?“, fragt er. Ein Posten ist mit fast 50 Prozent ziemlich groß: Es handelt sich um die Privathaushalte. Deshalb gibt er am Ende Tipps, was jeder Verbraucher tun kann, um den Verderb von Lebensmitteln zu vermeiden. Zum Beispiel vor dem Einkauf in den Kühlschrank schauen oder einen Einkaufszettel schreiben. „Ich habe seitenweise Tabellen gerechnet und dann kommen so banale Dinge dabei heraus“, sagt er mit Augenzwinkern. Es folgen aber auch Tipps wie Äpfel und Tomaten nicht mit anderen Früchten zusammen zu lagern, da sie den Reifungsprozess Letzterer beschleunigen. Hingegen lohne es sich, einen Apfel in die Kartoffeln zu legen, dies verzögere die Keimung.

Weitere Themen der Tagen waren unter anderem Wirkungen des Fastens, Innovative Lebensmodelle im Alter oder der Ernährungstrend „Superfoods“.

permanenter Link

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: