Schnibbeldisco unter der Brücke

Nur mit vielen helfenden Händen konnte die Schnibbeldisco stattfinden.

Nur mit vielen helfenden Händen konnte die Schnibbeldisco stattfinden.

Fast 100 Personen kommen auf Fahrrädern angerollt. Trotz Regens hat die Critical Mass, die gemeinschaftliche Fahrradfahraktion, am ersten Donnerstag des Monats wie gewohnt stattgefunden. Dieses Mal hat sie ein besonders Ziel: Den Ort unter der Lahnbrücke bei der Heuchelheimer Straße. Biergartentische stehen aufgereiht. Auf ihnen Kisten voller Lebensmittel. Kartoffeln, Broccoli, Paprika, Bananen und vieles mehr. Auf der einen Seite davon ist ein DJ-Pult aufgebaut, auf der anderen eine temporäre Kochnische mit vier Riesentöpfen. Was hier gleich stattfindet, ist eine „Schnibbeldisco“.

Auf die Plätze, schnibbeln, los!!!

Auf die Plätze, schnibbeln, los!!!

Einzelne packen ihre Schneidebrettchen und Messer heraus oder bekommen welche gereicht. Und los geht es mit dem Schnibbeln. Möhren, Pastinaken, Kohlrabi…, alles wird klein geschnitten. Im Hintergrund läuft elektronischer Beat. „Ich freue mich total, dass doch so viele gekommen sind, weil das Wetter ja so schlecht ist“, sagt eine „Mitschnibbelnde“. Der Koch kümmert sich um die Zubereitung. Verschiedene Suppen und ein Salat stehen auf der Speisekarte. „Es gibt Gießener mediterrane Gemüsesuppe mit globalen Gewürzen, wie zum Beispiel Zimt. Hier drüben kocht eine Kartoffel-Pilz-Suppe mit Rosmarin und Kurkuma.“

Viele Köche verderben den Brei, daher kümmert sich vor allem eine Person um die Zubereitung des Geschnibbelten.

Viele Köche verderben den Brei, daher kümmert sich vor allem eine Person um die Zubereitung des Geschnibbelten.

„Die Idee ist bei einem Vernetzungstreffen entstanden, als wir überlegt haben, wie wir mehr Leute für die Critical Mass begeistern können, um diesen Sommer die 400-Personen-Marke zu sprengen“, erzählt einer der Mitveranstaltenden. „Deshalb soll die Critical Mass nun jeden Monat mit einem besonderen Event begleitet werden.“ Die Vernetzung ist gelungen, denn vertreten sind neben vielen Einzelpersonen die Fachschaft des Fachbereichs 09 – Ökotrophologie, Agrarwissenschaften und Umweltmanagement, die Gießener Foodsharing Gruppe, die die ganzen Nahrungsmittel organisiert hat, sowie das EHH-Kollektiv, das für Musik sorgt. „Wir haben Flyer gedruckt und sie überall ausgelegt. Und ich habe im Deutschkurs für Geflüchtete für die Veranstaltung geworben“, sagt eine Mitveranstalterin. Das Publikum ist dennoch hauptsächlich studentisch geprägt. „Die Foodsharing Gruppe hat die ganze Woche Lebensmittel, die sonst weggeschmissen worden wären, von den Betrieben gesammelt, mit denen sie kooperiert“, erzählt sie weiter. Der Großteil des Transports sei zwar mit Fahrrädern gemacht worden, doch sie gibt zu, dass es ohne Autos nicht ganz gegangen wäre.

Am Ende ist immer noch Obst und Gemüse übrig, das mitgenommen werden kann.

Am Ende ist immer noch Obst und Gemüse übrig, das mitgenommen werden kann.

Es ist bereits dunkel geworden. Nach etwas längerer Kochzeit, immerhin müssen so große Mengen erst einmal zum Kochen gebracht werden, sind die Suppen endlich fertig – und die Beteiligten begeistert. Die meisten finden die Suppen „echt lecker“ und freuen sich ob des netten Ereignisses in der Stadt. Am Ende sind immer noch so viele gerettete Lebensmittel übrig, dass alle darauf hingewiesen werden, doch möglichst viel mitzunehmen.

„Es haben ganz ganz viele Leute mitgeholfen, dass das hier heute stattfinden kann, das ist wirklich großartig“, freut sich ein Mitveranstalter. Er zählt auf, mit wie wenig finanziellen Mitteln sie das Ganze auf die Beine gestellt haben: „Unsere einzigen Ausgaben waren Sprit für den Generator, Sprit für zwei Autos und Gas für die vier Kochfelder, also insgesamt hat das Ganze vielleicht um die 20 Euro gekostet.“

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