Kleidertauschparty – die letzte Veranstaltung im Hanflabyrinth

Alte Klamotten mitbringen - neue (gebrauchte) Klamotten mitnehmen. Ganz ohne Geld.

Alte Klamotten mitbringen – neue (gebrauchte) Klamotten mitnehmen. Ganz ohne Geld.

24 Grad hat es, die Sonne scheint. Kaum besser hätte das Wetter sein können für die letzte Veranstaltung, die dieses Jahr im Hanflabyrinth stattfindet: Eine Kleidertauschparty. Alle, die keine Lust mehr auf ihre alten Hosen oder T-Shirts haben, können sie heute mitbringen, hier lassen, und dafür andere Kleidungsstücke mitnehmen.

Einige Leute sind schon mittendrin, die Kleidung zu begutachten und anzuprobieren, die auf Kleiderbügeln an gespannten Stricken hängt. Andere stehen am Rand und jonglieren. Im Hintergrund tönt Reggae-Musik aus großen Boxen. Die „Island Report Soundsystem“-Crew legt auf.

Das Wetter lässt nicht zu wünschen übrig.

Das Wetter lässt nicht zu wünschen übrig.

Für einen Grundstock an Kleidung hat die Jugendwerkstatt gesorgt. Den Rest bringen die Besucher_innen mit. Die einzige Regel ist, nur etwa so viele Kleidungsstücke mitzunehmen, wie man selbst beigesteuert hat. „Ich finde es gut, dass die Veranstaltung zeitlich offen ist. Man kann den ganzen Tag über kommen, daher ist es entspannt und nicht zu voll“, sagt ein Besucher, der auch schon auf anderen Kleidertauschparties war. Tatsächlich muss man sich bei manchen solcher Veranstaltungen vorher anmelden oder die mitgebrachten Klamotten im Vorfeld abgeben. Hier können alle kommen, wann sie wollen, und müssen sich selbst darum kümmern, ihre mitgebrachten Textilien aufzuhängen. Die meisten Personen sind begeistert von der „netten Atmosphäre“. „Es ist in zweierlei Hinsicht ein Gewinn“, meint der Besucher. „Erstens, weil man seinen Kleiderschrank entrümpelt, ohne Dinge wegschmeißen zu müssen. Zweitens, weil man vielleicht das eine oder andere neue gebrauchte Kleidungsstück für sich findet.“ Auch wenn das mit dem Entrümpeln nicht bei allen funktioniert: „Ich komme meistens mit mehr Klamotten nach Hause, als ich vorhatte“, sagt eine andere Besucherin. Sie hat gerade ein T-Shirt aus Hanffaser gefunden. „Passend zum Hanflabyrinth!“

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Nur wer Männerkleidung sucht, hat nicht so eine große Auswahl…

Soundsystem zum Tanzen, Jonglieren, Abhängen...

Soundsystem zum Tanzen, Jonglieren, Abhängen…

Die Kleidertauschparty soll eine Möglichkeit zeigen, Ressourcen zu schonen, indem man wiederverwendet anstatt wegwirft. „Alle unsere Veranstaltungen haben einen Bezug zum übergeordneten Thema, dem Guten Leben und den Grenzen des Wachstums“, sagt Mitorganisator des Hanflabyrinths Thorsten Renz. Er ist über die Vielzahl an Besucher_innen erfreut. Überhaupt ist er mit dem gesamten Projekt, das seit Ende Juni und noch bis zum zweiten Oktober läuft, sehr zufrieden. In dem Zeitraum von drei Monaten seien rund 5000 Besucher_innen gekommen. Das seien zwar etwas weniger als die 6000, die letztes Jahr in Niederweimar waren, aber trotzdem genügend. „Es waren viele Familien hier, die mit den kleinen Kindern durchs Labyrinth gegangen sind. Auch wenn die Inhalte zu kompliziert für die Kids waren, haben die Familien das hier doch als eine Insel der Ruhe wahrgenommen. Das hat ja auch etwas mit dem Guten Leben zu tun.“ Ansonsten reiche das Publikum von Jugendlichen und Studierenden bis zu über 60-Jährigen. „Es ist gut, dass wir nicht nur ohnehin Interessierte angesprochen haben, sondern auch Personen, die es zufällig über die Zeitung erfahren haben und dann vorbeigekommen sind um einfach mal zu schauen, was das hier so ist.“

Die Pflanzen sind inzwischen teilweise über zwei Meter hoch.

Die Pflanzen sind inzwischen teilweise über zwei Meter hoch.

An den Wochenenden gab es verschiedene Veranstaltungen, von Filmvorführungen über Workshops bis hin zu Konzerten. „Dafür, dass wir nicht direkt im Ort sind, waren alle Veranstaltungen sehr gut besucht“, resümiert Renz. „Das spricht definitiv für das Kulturprogramm, das wir parallel zum Erlebnisparcous anbieten.“ Er gibt einen kurzen Ausblick auf das nächste Jahr. „Wir werden wieder ein Hanflabyrinth aufbauen, allerdings dann wieder in der Region Marburg. Das Thema wird ein anderes sein, bleibt aber noch geheim“, sagt er mit Augenzwinkern. Aber was passiert nun mit den ganzen Hanfpflanzen, die inzwischen schon Samen ausgebildet haben und die für die Verarbeitung der Fasern zu alt sind? „Die Ernte überlassen wir dem Bio-Landwirt aus Wißmar, der uns das Feld bestellt hat. Er kann den Samenertrag zur Ölgewinnung nutzen, die organische Masse wird untergepflügt.“ Ganz nach dem Kreislaufprinzip bleiben so die Nährstoffe auf dem Feld und der Boden fruchtbar.

Die Pflanzen verändern ihr Form und Farbe. Sie tragen Samen und verfärben sich langsam gelb.

Die Pflanzen verändern ihr Form und Farbe. Sie tragen Samen und verfärben sich langsam gelb.

 

 

 

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