Vier Superhelden* räumen auf

Viele Verpackungen aber auch Gegenstände wie alte Verkehrsleuchten finden sich am Lahnufer.

Viel Verpackungsmüll aber auch Gegenstände wie alte Verkehrsleuchten finden sich am Lahnufer.

In Deutschland ist das Umweltbewusstsein hoch und Leute schmeißen ihren Müll nicht einfach in die Gegend. Wer das glaubt, konnte am Sonntag von den „Stinknormalen Superhelden“ vom Gegenteil überzeugt werden. Bei einer öffentlichkeitswirksamen Aufräumaktion säuberten sie Teile des Lahnufers.

Volle Möhre, Holla di Glitz, Kaptain Random und Sternstruppi, so heißen die vier Superhelden, die es sich zum Ziel gesetzt haben, statt sich immer nur zu beschweren lieber den Planeten zu retten. Mit bunten Kostümen und großen Mülltüten machen sie sich auf den Weg zum „Müllmobbing“. Ihr Hauptthema ist derzeit Umwelt- und Naturschutz, aber auch Tierschutz und soziale Projekte stehen auf der Agenda. „Wir wollen zeigen, dass jeder und jede ein Superheld oder eine Superheldin sein kann“, sagt Volle Möhre alias Anne-Marie Möhring. „Und es fängt im Kleinen an. Vor der Haustüre sozusagen.“ Also suchen sich die vier Superhelden dieses Mal das Lahnufer aus. „Plastik in Gewässern ist ein Riesenproblem. Auch wenn wir nur einen kleinen Beitrag leisten, so schaffen wir zumindest Aufmerksamkeit.“ Dabei wollen sie lieber spielerisch vorgehen, als mit dem erhobenen Zeigefinger sprechen. Und schon kommt das erste Kind mit der Mutter an und fragt Volle Möhre, als was sie denn verkleidet sei. „Bei der jungen Zielgruppe kommen wir besonders gut an“, lacht sie.

Am Lahnufer finden die vier Superhelden allerlei: Flaschen, Chipstüten, jegliche Art von Verpackungen… „Je mehr man darauf achtet, umso mehr fällt auf, wie viel Müll hier herumliegt“, sagt Kaptain Random, selbst noch erstaunt über das Ausmaß. Langsam werden die blauen Mülltüten immer voller. „Diese ganzen Bierdeckel“, schimpft Holla di Glitz. „Na, wenigstens können wir eine Superhelden-Pfandkasse aufmachen, bei den vielen Flaschen und Dosen.“ Sie findet es schade, dass die Leute drumherum zwar interessiert gucken, aber nie zu ihnen kommen, um zu fragen, was sie machen. Immerhin, am Ende der Müllmobbing-Aktion bringen die drei Mülltüten ganze 27 Kilogramm auf die Waage.

superhelden1Das Vorbild der Gießener Superhelden ist eine Gruppe, die in Rathenow, Brandenburg, seit 2012 ähnliche Aktionen macht. „Das ist eine Gruppe von Freunden in meiner Heimatstadt. Ich fand das so inspirierend, dass ich mir dachte, wir müssen so etwas auch in Gießen ins Leben rufen“, erzählt Volle Möhre. Ihre Kostüme nähen sie selber, treffen sich in unregelmäßigen Abständen, um neue Aktionen zu planen und suchen auch unbedingt noch nach weiteren Mitstreiter_innen. Das nächste Projekt wird Coffee-to-Go-Becher betreffen. „Es ist so eine Verschwendung, dass für ein einziges Mal trinken ein ganzer Becher plus Plastikdeckel hergestellt werden muss“, ärgert sich Volle Möhre. „Daher wollen wir Tassen sammeln, die dann an Besucher vor den Cafés ausgegeben werden können. Im Optimalfall holen die sich dann ihren Kaffee direkt im neuen Gefäß, das beliebig oft verwendet werden kann. Ich glaube, es wird seine Zeit brauchen, aber an Stoffbeutel haben wir uns ja auch gewöhnt.“ Auch am Lahnufer haben die Vier wiederverwendbare Gegenstände gefunden, darunter eine Jacke und eine Plastiktasse. „Schon mal ein guter Start für die Tassenaktion“, lacht Volle Möhre.

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