Offene Werkstatt in Gießen? Und was sonst noch so in der KANTINE geschah…

Podium beim Impulsabend (v. links nach rechts): Miroslav Koziol, Thorsten Holler (beide von der TechnikKlinik), Andreas Fett (Fahrradschmiede), Jesse Jacovini (Free School), Johannes Schmid, Nils Seipel (beide flux Stadtimpulse)

Podium beim Impulsabend (v. links nach rechts): Miroslav Koziol, Thorsten Holler (beide von der TechnikKlinik), Andreas Fett (Fahrradschmiede), Jesse Jacovini (Free School), Johannes Schmid (Moderation)

Die Kantine ist in ihrer fünften Woche. Noch bis zum 15. November ist die Räumlichkeit in der Bahnhofsstraße 82 geöffnet. Hier können alle eigene Impulse für Gießen einbringen, an Veranstaltungen teilnehmen, einen Platz zum Arbeiten finden oder auch nur einen Kaffee trinken. Ein Besuch beim Impulsabend zu Offenen Werkstätten und eine Zwischenbilanz…

Jesse Jacovini von der Free School erzählt von der gerade neu eröffneten Holzwerkstatt im Keller der Free School Räumlichkeit in der Schottstraße 5. Andreas Fett vertritt die Fahrradschmiede, die Fahrradselbsthilfewerkstatt, die jeden Mittwoch in der Kupferschmiede öffnet. Dann sind noch Thorsten Holler und Miroslav Koziol von der TechniKlinik auf dem Podium. Obwohl ihre Firma kommerziell arbeitet, würden sie gerne mithelfen, ein FabLab in Gießen zu gründen. Wir befinden uns auf dem nunmehr vierten Impulsabend, dieses Mal zum Thema „Offene Werkstätten und MakerSpace“ in der Kantine. Auch wenn die Veranstaltung mit etwa 10 Personen nicht ganz so gut besucht ist, wie andere, entsteht doch eine rege Diskussion, nachdem die verschiedenen Gruppen ein wenig über sich erzählt haben.

Offene Werkstätten sind dadurch charakterisiert, dass sie allen Interessierten ohne große Hürden zur Verfügung stehen. Von ihrem Nutzen sind alle auf dem Podium überzeugt: Leute würden „empowered“, Dinge eigens zu reparieren und sich Wissen anzueignen. Sich gegenseitig zu helfen und Dinge an solchen Orten selber zu machen, würde Gemeinschaften aufbauen. Leute, die sonst nichts miteinander zu tun haben, könnten auf diese Weise zusammen finden. Aber auch der Aspekt der Nachhaltigkeit sei wichtig.

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Einer von drei „Zukunftstürmen“: Hier sind alle eingeladen, ihre Ideen für Gießen aufschreiben.

Während die vorangegangenen Impulsabende die Themen „Stadt, Zukunft und Engagement“, „Veranstaltungskultur“ und „Urbane Gärten und lokale Versorungskonzepte“ behandelten, geht es heute um Offene Werkstätten, die unterschiedliche Formen annehmen können: von der Fahrradwerkstatt über ein Nähcafé bis hin zu einer Holzwerkstatt oder eines Fabrication Laboratory, kurz FabLab, wo sich hochpreisigere technische Geräte wie 3-D-Drucker, CNC-Fräse oder Laser-Cutter befinden. Neben den Impulsabenden gibt es auch thematisch analog angelegte Workshops. Hier werden die Ideen der „Zukunftstürme“ thematisch sortiert und nochmals anders visualisiert. Themenschwerpunkte dieser Workshops waren bislang „Kulturräume“, „Engagenment und Ehrenamt“ sowie „Urbane Gärten und Ernährung“.

Beim Impulsabend wird es in der Diskussion konkret. Was wäre notwendig, um ein FabLab in Gießen ins Leben zu rufen? Ideen und Einschätzungen zur Größe, Lage und Organisationsform werden gesammelt: Barrierefreiheit, Bahnhofsnähe, eine Fläche von mindestens 100 bis 200 Quadratmetern, mögliche Finanzierung über Mitgliedsbeiträge, die THM als Partnerin, …

Zu erörtern gibt es noch viel, aber immerhin ist ein erster Schritt getan, um Menschen zusammenzubringen und vielleicht noch weitere Gruppen miteinzubeziehen, die in das Konzept Offener Werkstätten passen. Kontakte sind ausgetauscht und weitere Vernetzung soll folgen.

Johannes Schmid, der die Kantine zusammen mit Nils Seipel auf die Beine gestellt hat, zieht ein persönliches Zwischenfazit: „Wir haben extrem viele Leute kennengelernt und viele positive Erfahrungen gemacht. Eine Person hat uns zum Beispiel Internet zur Verfügung gestellt, eine andere verschiedene Werkzeuge zur Nutzung hergebracht.“ Generell habe es sehr viel positives Feedback gegeben. „Wir freuen uns, dass wir ein, wenn auch nur temporäres, Begegnungszentrum geschaffen haben. Wir merken hier nämlich, dass der physische Ort unfassbar wichtig ist für die Vernetzung, trotz der ganzen sozialen Medien. Gießen braucht unbedingt einen offenen Raum, ein Kulturzentrum oder sogar vielleicht noch darüber hinaus gehend etwas, wo auch handwerkliche und technische Ideen verwirklicht werden können.“

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