Globale Mittelhessen startet am 20. Januar

Ein Teil des Organisationsteams vor den Kinoplakaten

Ein Teil des Organisationsteams vor den Kinoplakaten (v. links nach rechts): Ursula Schneider, Rüdiger Draheim, Manuel Kästner, Christoph Müller-Kimpel, Birga Bohn

Auch dieses Jahr findet wieder die Globale Mittelhessen, das globalisierungskritische Filmfestival, vom 20. Januar bis zum 2. Februar statt. In diesem Zeitraum werden 32 verschiedene Filme gezeigt. Manuel Kästner, Mitveranstalter der Globalen, erzählt, was es mit dem Filmfestival auf sich hat.

Welche Themen finden sich in den Filmen wider, die unterschiedliche Aspekte und Auswirkungen der Globalisierung aufzeigen sollen?
Die Filme zum Thema „Flucht und Migration“ zeigen beispielsweise, dass Menschen mehr Bewegungsfreiheit einfordern, während die Globalisierung den großen Wirtschaftsinvestoren weltweit beständig Grenzen abgebaut hat. Wir wollen auf Zusammenhänge aufmerksam machen, die es bei der Ausbeutung des Globalen Südens als den Benachteiligten der globalisierten Wirtschaft gibt und unserem Handeln als Konsumenten in den europäischen Staaten. Natürlich haben wir auch Filme im Programm, die im klassischen Sinn dem Thema der Globalisierungskritik zugeordnet sind: „This is not a coup“ richtet sich gegen das neoliberale Joch, dem unter anderem Griechenland im Zuge der Schuldenkrise unterworfen wird. „Freightened“ beschäftigt sich mit der globalen Warenwirtschaft und den ökologischen und sozialen Folgen.

Das Festival findet ja dieses Jahr zum achten Mal statt. Inzwischen sind es deutlich mehr Spielorte geworden…  
Wir führen rund 65 Veranstaltungen durch, die meisten davon finden in Gießen und Marburg statt. Aber auch kleinere Spielorte sind dabei, je nach den vorhandenen Kapazitäten. Zu nennen sind da die Phantastische Bibliothek in Wetzlar, das Bioweinlager in Heuchelheim, die Projektwerkstatt in Saasen, das ver.di Bildungswerk in Gladenbach, das Delphi Theater in Weilburg und die Kusch in Herborn. Neu hinzugekommen sind dieses Jahr die Villa Burgwald in Niederwetter und das Fantasia Kino in Bad Nauheim. So ziemlich jedes Jahr haben wir einen neuen Spielort in das Projekt eingebunden. Die meisten sind dann über die Jahre dabei geblieben. Die Besucher_innenzahl ist eigentlich parallel dazu gewachsen. Letztes Jahr haben wir etwas über 2500 Besucher_innen gezählt.

Gibt es dieses Jahr etwas, das besondere Aufmerksamkeit verdient?
Ich hoffe, dass jede Veranstaltung eine besondere Aufmerksamkeit erfährt. Natürlich sind die Veranstaltungen mit den Filmschaffenden etwas Besonderes. Ich finde sie toll, weil wir mit ihnen einerseits einen Blick in die Entstehung des Films werfen können und andererseits sehr kompetente Gesprächspartner für die inhaltliche Diskussion haben. Dieses Jahr sind es 14 Filmschaffende, die wir zu den Veranstaltungen eingeladen haben. Aber auch die ExpertInnen oder lokalen Initiativen bereichern die Veranstaltungen und sorgen für eine gute Grundlage interessanter Diskussionen.

Wie entscheidet Ihr über die Filme?
Unserer Arbeitsstruktur funktioniert über ein Gesamtplenum und über Arbeitsgruppen. Eine davon ist die Filmauswahl-AG. Diese trifft sich über sieben Monate regelmäßig, sichtet und diskutiert eine große Vielzahl an Filmen. Dabei werden verschiedene Kriterien angesetzt, dazu gehören die thematische Relevanz, aber auch die Machart oder das Herkunftsland. Die Filmauswahl ist natürlich stark von den Leuten geprägt, die in der AG aktiv sind – jeder hat schließlich inhaltliche Schwerpunkte und Interessen. Die endgültige Filmauswahl, die dann im Festivalprogramm steht, trifft allerdings das Gesamtplenum. Hierfür haben wir mehrere ganztägige Workshops. Zuweilen ist das ganz schön zeitintensiv, aber es macht auch Spaß.

Wie viele Leute sind daran beteiligt, dass die Globale auf die Beine gestellt werden kann? Es läuft ja auch ganz viel ehrenamtlich…
Während  der Vorbereitung sind es rund 15 Personen, die an dem Projekt ehrenamtlich mitwirken und aus unterschiedlichen Spielorten kommen. Ich habe meine Stelle bei motivés e.V. zu einem Teil über die Globale laufen, das deckt aber auch nicht wirklich die Zeit, die tatsächlich hineinfließt. Und während des Festivals helfen sicherlich noch mal 20 Leute mehr mit. Wir sind immer interessiert an Leuten, die mithelfen und sich einbringen wollen.

Das Programm gibt es unter http://www.globalemittelhessen.de. In Gießen werden die Filme im Jokus, Ostanlage 25a, und im Kino Center Gießen, Bahnhofstraße 34 jeweils Abends gezeigt. Alle Veranstaltungen kosten, sofern nicht anders gekennzeichnet, fünf Euro (ermäßigt 3,50 Euro).

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