Eröffnung des Allmende-Lastenradprojekts „Allrad“

Fusl stellt die Besonderheiten der drei Räder vor. Bei der „Bummelbahn“, so der Name dieses Rades, muss man beachten, langsam in die Kurve zu fahren.

Seit dem Frühjahr arbeiten 15 bis 20 Personen unterschiedlich stark involviert am Allmende Lastenradprojekt. Am Sonntag fand die Eröffnung im Wohnprojekt „ProWo – Projektwohnen“ statt. Seitdem kann man sich nun eines von insgesamt drei Lastenrädern ausleihen, indem man sich auf der Internetseite registriert und sich im Buchungskalender einträgt.

Drei Lastenräder stehen derzeit an unterschiedlichen Orten zur Verfügung. Es sollen noch mehr werden.

„Maximal kann man sich ein Lastenrad drei Tage lang ausleihen. Und damit es möglichst vielen Leuten zur Verfügung steht, auch nicht öfter als zwei bis drei Mal im Monat“, erklärt Laura Gottschalk, die im Projekt mitmacht. Niemand soll ausgeschlossen werden, daher beruht das Ausleihen auf Spendenbasis. „Wir wollen mit dem Projekt die Idee der Allmende verbreiten: Wir nutzen sie gemeinsam und kümmern uns auch gemeinsam um sie.“ Die Allmende, das Gemeingut, in diesem Falle die drei Lastenräder wurden in Vorleistung finanziert. „Wir sind ungefähr bei 8000 Euro, die wir versuchen, nun durch Spenden und Förderanträge wieder rein zu bekommen“, erzählt Fusl, der das Projekt maßgeblich vorangebracht hat. Die Lastenräder stehen an unterschiedlichen Orten in der Stadt. „Wir suchen auch immer noch Personen, die sich vorstellen können, ein Lastenrad für einen bestimmten Zeitraum bei sich unterzustellen und die Ausleihe zu verwalten.“ Die Übergabe erfolgt dann persönlich. „Durch den persönlichen Kontakt stärken wir auch die Gemeinschaft“, sagt Jaqueline krause, die in einen Vortrag ein wenig mehr über die Allmende-Idee erzählt. „Der Begriff der Allmende stammt aus dem Hochmittelalter und beschreibt die gemeinsame Nutzung von Ländereien. Auch heute gibt es noch die Alm, die gemeinsam bewirtschaftet wird.“ Mit der Idee der Allmende wollen die vielen ehrenamtlich Engagierten dem derzeitigen Wirtschaftssystem und dem Wachstumsparadigma etwas entgegen setzen. „Wir brauchen konkrete Utopien. Umsetzbare Alternativen im hier und jetzt.“ Das Lastenrad ist somit ein Puzzleteil von vielen. „Mit dem Lastenfahrrad hat man die Möglichkeit, auf das Auto zu verzichten und Ressourcen zu schonen.“ Die Initiator_innen haben noch viele weitere Ideen: Fahrradkurse für Migrant_innen, Inklusion von Menschen, die kein Fahrrad fahren können, durch Dreiräder oder angebaute Sitzplätze.

Die Eröffnung ist gut besucht. Neben dem reichhaltigen Mitbringbuffet gibt es die Möglichkeit die Räder probezufahren. „Das Fahrrad hat einen riesigen Wendekreis, das fühlt sich seltsam an“, sagt eine Besucherin. Eine andere lacht: „Es ist ungewohnt aber lernbar!“

Die Idee des Lastenfahrrads als Gemeingut ist nicht neu. 2013 startete die Lastenradinitiative „Kasimir“ in Köln. Sie hat auch die Internetmaske als Open Source zur Verfügung gestellt. Inzwischen gibt es rund 40 Gruppen in Deutschland, die solche Verleihe auf die Beine stellen. Auch jenseits des deutschsprachigen Raums entstehen Initiativen. Ein Mal im Jahr treffen sie sich auf dem „Forum Freie Lastenräder“.

 

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