Müllsammelaktion: Zu viel Plastik am Lahnufer

Halbzeit der Müllsammelaktion mit Gruppenfoto: rechts die drei Superheld_innen, in grün: Greenpeace, dazwischen tatkräftige Helfer_innen

Die Stinknormalen Superhelden sind wieder unterwegs. Zusammen mit der Greenpeace Gruppe Gießen und weiteren Umweltinteressierten sammeln sie Müll am Lahnufer ein. „Wir haben Silvesterknaller, Flaschen und viele Kunsstoffverpackungen gefunden, dazu unzählige Zigarettenstummel, Kronkorken und Scherben“, sagt Volle Möhre von den Superhelden. Über Facebook hatten alle gemeinsam zur Müllsammelaktion aufgerufen.

Der Kunststoffmüll am Lahnufer ist nur ein Beispiel für die Vermüllung durch Plastik. Durch unsorgsamen Umgang gelangen Tüten, Folien, Flaschen in die Landschaft und zersetzen sich dort in immer kleinere Partikel. Mikroplastik ist aber auch in Kosmetika enthalten und auch beim Waschen synthetischer Textilien gelangen Partikel in das Ökosystem. Weil konventionelle Kunsststoffe nicht biologisch abbaubar sind (bis eine Plastikflasche zersetzt ist, dauert es geschätzte 400 Jahre), akkumulieren sie in den Ozeanen, und das nunmehr seit über 50 Jahren. Es bilden sich Riesen-Müllstrudel oder Plastik landet an den Stränden, wo es von Tieren gefressen wird. Austretende Weichmacher können schon in geringen Mengen hormonell wirken und Lebewesen im Wasser schädigen. Außerdem können vor allem Mikro- und Nanokunststoffpartikel aufgrund ihrer großen spezifischen Oberfläche Schadstoffe binden. „Mikroplastik inklusive der Schadstoffe kann auch bei uns auf den Tellern landen, wenn wir zum Beispiel Fisch essen“, sagt Anette Wasseroth von der Greenpeace Gruppe. Sie ist auch über die Zigarettenstummel erzürnt: „Eine Studie besagt, dass bereits ein Zigarettenstummel einen Liter Wasser so stark verunreinigt, dass keine Fische mehr darin überleben können!“

Während sich die älteren Passant_innen, beispielsweise aus dem Seniorenzentrum an der Lahn, für die fleißigen Aufräumarbeiten bedanken, fragen sich die jüngeren eher, was da passiert. Eine gute Gelegenheit, in den Dialog zu treten, denn Plastik im Alltag lässt sich vermeiden oder reduzieren. „Als erstes wäre ja schon geholfen, den Müll in den Mülleimer und nicht in die Landschaft zu schmeißen“, sagt Wasseroth. „Ansonsten kann man Mehrweggeschirr benutzen, Einkäufe in wiederverwendbaren Tüten transportieren oder auf Produkte mit Mikroplastik verzichten.“ Dazu muss man die Inhaltsstoffe näher unter die Lupe nehmen. „Acrylat Copolymer“ (AC), „Polyethylenglycol“ (PEG) oder „Polyacrylat“ (PA) weisen beispielsweise auf Mikroplastik hin. Auch die „Code-Check“-App kann helfen.

Nachdem über 20 Leute den Nachmittag über unterwegs waren, sind mindestens 15 volle Müllsäcke zusammengekommen – und eine Waschmaschine.

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